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Ohne Motor – Das Fahrrad im alten Berlin

Kommt Zeit, kommt Rad – das Fahrrad wird 200 Jahre alt.

 1817 erfand Karl Drais das Veloziped – und die Erfolgsgeschichte des Fahrrads nahm ihren Lauf. Es dauerte noch einige Zeit bis das Fahrrad im Alltag Verbreitung fand, doch seit der Jahrhundertwende um 1900 ist es aus dem Straßenbild Berlins nicht mehr wegzudenken. Radrennen wurden zu beliebten sportlichen Vergnügungen, das Fahrrad wurde als praktisches Verkehrs- und Transportmittel entdeckt und gern für den Wochenendausflug ins Grüne genutzt.

 Boris von Brauchitsch stellte für den Band Ohne Motor, Das Fahrrad im alten Berlin faszinierende Fotografien aus der Zeit vor gut 100 Jahren zusammen: Elegant gekleidete Radler und Radlerinnen in Anzug und Zylinder oder im Sommerkleid fahren stolz auf ihren Zweirädern vor. Eindrucksvolle Aufnahmen von frühen Straßenrennen oder originelle Wettbewerbe wie Fahrrad gegen Pferd zeigen die wachsende Beliebtheit des Zweirads als Sportgerät. Die Ausfahrerinnen von Bäckereien, die Zeitungsfahrer und Schornsteinfeger auf zwei Reifen dokumentieren den zunehmenden Einsatz von Rädern in der Arbeitswelt. Phantasievoll konstruierte Tandems oder gar „Familienkutschen“ mit drei, vier oder mehr Sitzen bezeugen die Kreativität der Berliner, wenn es um ihr Fahrrad ging.

 Der Band Ohne Motor zeichnet ein lebendiges Bild der Fahrradstadt Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch wenn sich manche Konstruktionen wie fliegende Fahrräder oder solche mit blecherner Karosserie nicht durchgesetzt haben: Das ein oder andere Déjà-Vu beim Betrachten der Lasten- und Familienräder aus einer anderen Zeit macht deutlich, wie vielfältig die Radkultur stets war und bis heute ist.

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